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Macht Microblogging Wissen greifbarer?

Wissen ist untrennbar verknüpft zu seinem Wissensträger, dem Menschen. Bildung, Erfahrung und Logik sind meiner Meinung nach die drei Faktoren, die Wissen bilden. Da diese drei Faktoren bei jedem Menschen unterschiedlich aussehen, ist auch Wissen unterschiedlich verteilt. Ziel einer Organisation könnte und sollte also sein, um daraus Nutzen ziehen zu können, das Vorhandensein von Wissen in einer Wissenslandkarte abzubilden.

Oder nach Bedarf im Unternehmen abzufragen bzw. kundzutun. Oder man begnügt sich mit einem Corporate Microblog. Die einzelnen Wissensträger können so leichter ausfindig gemacht, und als Experten zu Rate gezogen werden.

Ein Beispiel: Mitarbeiter Benno Beispiel war auf einer externen Fortbildung zum Thema Methoden im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess, mit dem er in seinem Tagesgeschäft als Lieferantenentwickler nicht täglich, aber oft in Berührung kommt. Nun hat Benno in der Fortbildung neue Blickwinkel und Einsichten zu diesem Thema gewonnen. Schön für ihn und seine Lieferanten, dieses neu erlangte Wissen kann er in seine zukünftigen Projekte einbringen. Doch was ist mit seinen Kollegen Erich Exempel und Maria Muster? Wie können diese davon profitieren? Benno könnte beispielsweise einen Beitrag im Unternehmensblog „Qualitätsmanagement“ verfassen. „Externe Fortbildung zum Thema #KVP Inhalte: #Motivation der Mitarbeiter, Ableitung von #Kennzahl aus #Ziel“
Drei Monate später hat sich Maria in einem aktuellen Projekt „festgefahren“ und hat keine Idee, wie sie den Verbesserungsprozess bei Ludwig Liefer vorantreiben könnte, da Ludwig eine Abneigung gegen alles Neue hat. Sie sucht im Unternehmensblog, stößt auf den Eintrag von ihrem Kollegen Benno und kann ihn nun zu Rate ziehen.

Nicht nur der gute Wille zählt!

Die Hierachien in Unternehmen werden flacher, das ist bekannt. Die unternehmensinterne Kommunikation über Abteilungs- und Ländergrenzen hinweg nimmt zu – auch das ist kein Geheimnis. Webbasierte Anwendungen (Wikis, Blogs und wie sie alle heißen) sind praktische Kommunikationshilfsmittel dafür und bieten anstelle von „starren“ Medien Möglichkeiten, sein Wissen einer Gemeinde dauerhaft Kund zu tun, Wissen ausfindig zu machen und gemeinsam auszubauen. Die Vorteile und Benefits wurden und werden zu Recht vielfach gepriesen…

Das Rezept für Wissensmanagement im Unternehmen lautet also: Man stelle den Mitarbeitern Web 2.0 Technologien zur Verfügung… und es passiert nichts. Warum nicht? Wir teilen Wissen dann gerne, wenn wir das richtige Publikum haben, das uns motiviert und Kontext schafft.

Dazu habe ich auch eine hübsche Slideshow auf Slideshare gefunden:

Noch eine Anekdote zum Thema Motivation bei Zusammenarbeit: Das ZDF zeigt in seinem Dokubeitrag Abenteuer Wissen: Der Ursprung der Kommunikation (via wissenswerk Blog), dass wir Menschen (im Gegensatz zu Schimpansen) nicht aufhören zusammenzuarbeiten, bis jeder seine Belohnung aus der Zusammenarbeit bekommen hat. Schafft man also einen für alle fruchtbaren Wissensaustausch, sobald man es erst geschafft hat, die Zusammenarbeit mit Wikis oder Blogs ins Rollen zu bringen?