Der QMB als Wissensmanager?

Schon die weit verbreitete Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2008 fordert das Management der „Personellen Ressourcen“ und bezieht sich dabei auf die Ermittlung der Kompetenzen der Mitarbeiter durch die Führungskräfte und eine entsprechende Schulungspolitik. Ein Qualitätsmanager ist außerdem mit der Struktur eines Unternehmens (Leistungsangebot, Ablauf- und Aufbauorganisation) betraut und weiß dank seines Netzwerkes, wo potentielle Wissensträger und Wissensnutzer zu suchen sind. Ergo: Der QMB als Wissensmanager?

Fähigkeiten

Folgende „Soft Skills“ benötigt ein Wissensmanager (via community of knowledge):

  • Führungskompetenz gepaart mit einem kooperativen Führungsstil
  • Fähigkeit der Führung durch Motivation und Kommunikation
  • Umgang mit Macht
  • Methodenkompetenz
  • soziale Kompetenz
  • persönliche Kompetenz
  • Fähigkeit der Zusammenführung von Schlüsselqualifikationen

Zur Ausprägung dieser Fähigkeiten schreibt Elke Meurer in ihrem Blogpost Potential des QMB nutzen:

Kaum jemand kennt das Unternehmen so gut wie ein QMB. Die innerbetrieblichen Strukturen stehen im QM-Handbuch und darüber hinaus hat er in vielen Gesprächen persönliche Beziehungen zu den einzelnen Abteilungen und Funktionen aufgebaut, die ein hohes Maß an Vertrauen genießen. Ein QMB ist in der Lage in die Firma hinein zu horchen und über das Vorschlagswesen hinaus Verbesserungspotentiale zu erkennen. (…) Das jährliche Review (Managementbewertung) vervollständigt das Wissen um die Firma.

Dieser Aspekt zeigt Potential für das Wissensmanagement in Organisationen durch Qualitätsmanager auf. Auch das typische Aufgabengebiet eines WM ähnelt sehr stark denen eines QM:

Strategische Aufgaben

  • Formulierung einer Vision für den Einsatz des Wissensmanagement
  • Förderung des Wissensaustauschs durch Aufbau von Wissensnetzwerken
  • Formulierung von Wissenszielen auf Basis der Unternehmensziele

Operative Aufgaben

  • Förderung des Wissensaustausch innerhalb von und über Geschäftsprozesse hinaus durch Koordination und Moderation
  • Analyse, Implementierung und ggf. Reengineering von Wissensprozessen
  • Aufbereitung der dezentral vorhandenen Informationen und Erfahrungen
  • Festlegung und Implementierung der Infrastruktur zum Austausch von Wissen (Informationsdienste, Plattformen)
  • Bewertung, Auswahl und Implementierung von WM-Methoden und -Werkzeugen und deren Integration in bestehende IT-Strukturen
  • Projektmanagement zur Umsetzung der Wissensmanagementstrategie in Pilotprojekten
  • Unterstützung der Innovationsprozesse in Forschung und Entwicklung

Fazit

Fachlich und methodisch sehe ich eine starke Überschneidung zwischen den Rollen von Qualitätsmanager und Wissensmanager – in Zusammenarbeit mit der IT- und HR-Abteilung.

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Über mdrexler

Unternehmensberaterin für Prozess- und Qualitätsmanagement

Veröffentlicht am 28. August 2011 in Gedanken, Qualität, Wissen und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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